[an error occurred while processing this directive]  
www.mediaclinic.de
 
impressum| shop| <<rücklauf---
---vorlauf>>
     
 
:::::
Mensch & Netz
 




Mensch & Netz
Netzregelung
Netzkohle
Vita-Kraft
Web & Weg
Web-Tooning









Suchen

Der Dotcom-Held aus Harare

Mario Gongolsky

Er ist erst 19 Jahre alt und stammt nicht einmal aus privilegiertem Hause. In Harare, der Hauptstadt Zimbabwes, avanciert der junge Besitzer eines Internet-Cafes deshalb zum Hoffnungsträger seiner Generation.


Lawrence ist eines von sechs Kindern der Familie Charumbira. Seine Selbständigkeit erforderte die finanzielle und politische Unterstützung seines Bruders Douglas, der in Malaysia lebt und arbeitet. Doch Lawrence hat es geschafft und wird von der Presse herumgezeigt, als der Dotcom-Held aus Harare.

Die Wirtschaftsforscher bescheinigen Zimbabwe, unter der Führung des umstrittenen Präsidenten Robert Mugabe, zum dritten Mal in Folge, Afrikas am langsamsten wachsende Volkswirtschaft zu sein. Für das Jahr 2003 wird eine Inflationsrate von 250 % erwartet, für 2002 wurden noch 123 % ermittelt. Die Aussichten für Zimbabwes Jugend sind schwarz wie die Nacht. Das gilt wohl auch für die Freunde von Lawrence Charumbira, die zwar alle über eine mittlere Schulbildung verfügen, nicht aber über eine feste Arbeit mit geregeltem Einkommen.

Wer das Internetcafe auf der Travel Plaza im Herzen Harares betritt, muss sich wohl in eine andere Welt versetzt vorkommen. Pentium-Computer, die allesamt mühsam aus Malaysia und Südafrika importiert werden mussten, Funk-Einwahl in das Rechenzentrum des Providers und Internetzugänge mit 128 Kilobit pro Sekunde sowie die technische Ausrüstung, in einem separatem Raum Videokonferenzen abzuhalten, das ist schon außergewöhnlich. Der Konferenzraum wird gerne tageweise von Firmen gemietet, weil die Webkonferenz pro Minute nur den Bruchteil eines Ferngesprächs kostet.

Am Anfang, so erzählt Lawrence Charumbira der Wirtschaftszeitung Financial Gazette, wollten die Leute einfach nicht in seinen Laden kommen. Zu groß war das Misstrauen gegen den jungen Mann, der ein solches Geschäft führt. Doch nachdem er einigen völlig unerfahrenen Besuchern den Weg ins Internet gewiesen hat, wurde der junge Geschäftsführer mehr und mehr akzeptiert.

Die Familie, Freunde und Sport stehen trotz des Erfolges an erster Stelle. Lawrence bemüht sich um Bodenhaftung. Viele seiner Schulkollegen wissen nicht einmal, dass er ein Internetcafe leitet. Das wird sich wohl rasch ändern, in einem Land, in dem nur wenig Lichtblicke auszumachen sind.

“Das Internet gibt Hoffnung auf ein schnelles Wirtschaftswachstum und bietet Möglichkeiten zum Aufbau internationaler Geschäftsbeziehungen”, sagt Lawrence Charumbira und fügt hinzu: “Zimbabwe sollte nicht so weit hinter der digitalen Revolution herlaufen.” Sein Internetcafe leistet sicher einen Beitrag, doch für die meisten Bürger Zimbabwes dürfte das Internet noch lange bleiben was es ist: Eine andere, eine unbekannte Welt.








 RSS-News

Nachrichten-Ticker



Unsere Abo-E-Mail informiert Sie sofort, wenn neue Artikel veröffentlicht werden.

Ihre E-Mail-Adresse



Datenweitergabe an USA?

ADAC als Datenschützer

Ajax in action

 
 

www.dcafrica.net
  E-Mail Druckversion