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Rechenleistung für Mozambique

Niels Gründel
Der Verein Digitale Brücke e. V. engagiert sich, um die Folgen der so genannten Digitale Spaltung zumindest zu lindern. Die Entwicklungsorganisation InWEnt hat vor wenigen Wochen eine größere Zahl von noch leistungsfähigen PCs ausgemustert. Der Verein Digitale Brücke hat dies zum Anlass genommen, die Rechner mithilfe der panafrikanischen Nichtregierungsorganisation Schoolnet Africa in ein neu entstehendes Schulungs- und Wartungszentrum in Mozambique und zum Aufbau des dortigen Schoolnets zu bringen. Netzkritik sprach mit Dr. Andraes Stamm und Andrea Goetzke vom Vereinsvorstand.

Netzkritik: Was war der Anlass für die Gründung Ihres Vereins? Was sind die genauen Ziele und worin unterscheiden Sie sich von ähnlichen Organisationen?

Andrea Goetzke: Der Digitale Brücke/Digital Bridges e. V. ist in seiner heutigen Form aus dem Zusammenschluss zweier Vereine mit ähnlicher Aufgabenstellung entstanden, Digitale Brücke und Digital Bridges. Die Idee zur Digitalen Brücke entstand im Jahr 2000 aufgrund der Wahrnehmung einer thematischen Lücke in der deutschen zivilgesellschaftlichen Landschaft in diesem Bereich. International wurde das Thema „Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien für Entwicklung” und „Digital Divide” thematisiert, diskutiert, entsprechende Projekte entwickelt etc., während das Engagement in Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland noch recht gering war, und es keine Organisation mit einer spezifischen Themenstellung in diesem Bereich gab.
Digital Bridges hat Projekte zum Aufbau von IT-Schulungszentren für Kinder und junge Erwachsene in Nepal, St. Lucia und Laos initiiert und aufgebaut.
Zusammen möchten wir alle diejenigen zusammenführen, die sich für die Förderung von ITK-Nutzung in Ländern des Südens engagieren möchten. Wir möchten ein Forum darstellen, das den Dialog zwischen den unterschiedlichen gesellschaftlichen Sektoren und Gruppen organisiert, gezielte Aktivitäten zur Überwindung der Digitalen Kluft anregt und dafür zivilgesellschaftliche, politische, privatwirtschaftliche und mediale Unterstützung mobilisiert. Wir unterstützen weiterhin die von Digital Bridges aufgebauten Projekte und identifizieren weitere bestehende Projekte, für die wir Hilfe in Deutschland mobilisieren wollen. Außerdem möchten wir das Thema „Digital Divide” stärker in die öffentliche Diskussion einbringen, z. B. durch eine Konferenz, die wir 2003 veranstaltet haben.

Netzkritik: Kann die digitale Kluft in absehbarer Zeit verringert werden? Wo muss besonders Hand angelegt werden?

Dr. Andreas Stamm: Die Digitale Kluft zwischen Nord und Süd wird auf absehbare Zeit nicht geschlossen werden, wenn man die Internet-Anschlussdichten oder die Zahl der Menschen betrachtet, die in den unterschiedlichen Weltregionen mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien arbeiten. Wir halten es für zentral und auch erreichbar, Multiplikatoren in Entwicklungsländern den Zugang zu den Technologien zu ermöglichen und sie im Umgang damit zu qualifizieren. Multiplikatoren sind Schulen, Ausbildungszentren, aber auch Genossenschaften oder Nichtregierungsorganisationen.

Netzkritik: Was kann jeder Einzelne hier zu Lande dafür tun, das Ungleichgewicht der digitalen Spaltung zu verringern?

Andrea Goetzke: Um die digitale Spaltung zu verringern, muss Arbeit auf verschiedenen Ebenen geleistet werden. Während Aufgaben wie nationale IKT-Infrastruktur oder gesetzliche Rahmenbedingungen weniger von einzelnen Interessierten beeinflusst werden können, so gibt es doch weltweit Projekte lokaler und internationaler Organisationen, die Hilfe gut brauchen können. Finanzielle Unterstützung z. B. zum Aufbau von Telecentern/Internetcafés, aber auch zur Computer-Schulung von Multiplikatoren, oder zur Erstellung lokaler Inhalte werden von vielen Organisationen, vor allem kleineren lokalen NROs, benötigt. Einige Organisationen beziehen auch z. B. IT-Trainer auf ehrenamtlicher Basis in ihre Projekte ein und bieten Menschen mit guten IT-Kenntnissen die Möglichkeit, für einen gewissen Zeitraum in einem Land ihr IT-Fachwissen zu teilen. Und natürlich darüber reden, informieren, und mehr Menschen für das Thema sensibilisieren, bringt auf lange Sicht mehr Engagement für die Verringerung des Digital Divide.

Netzkritik: Wie sind Sie auf das Projekt in Mozambique aufmerksam geworden, warum haben Sie sich genau an dieser Stelle für eine Unterstützung entschieden?

Dr. Andreas Stamm: Wir hatten bereits seit geraumer Zeit Kontakt zu der panafrikanischen Nichtregierungsorganisation Schoolnet Africa. Daher wussten wir, dass es sich um eine leistungsfähige Organisation mit klaren entwicklungspolitischen Vorstellungen und Konzepten handelt. Ziel von Schoolnet Africa ist nicht nur, Schulen in Afrika mit PCs auszustatten. Vielmehr geht es der Organisation darum, die Informations- und Kommunikationstechnologien gezielt für die Verbesserung der schulischen Bildung in den Ländern der Region zu nutzen. Technik ist eingebunden in sowohl kreative als auch durchdachte Konzepte, beispielsweise für die Lehrerfortbildung oder für den intensivierten Austausch unter Schulen, sowohl zwischen Süd und Nord als auch zwischen Süd und Süd.

Netzkritik: Wie viele Rechner haben Sie bisher auf den Weg geschickt und ist der Transport nicht außerordentlich teuer?

Dr. Andreas Stamm: Wir haben über 150 PCs mit Monitoren nach Mozambique geschickt. Für den Transport der Geräte haben wir erfreulicherweise die Unterstützung der Deutschen Post World Net bekommen. Deren Tochterunternehmen DHL hat die Geräte professionell verpackt und in zwei 40-Fuß-Containern nach Maputo verschickt. Die Deutsche Post World Net hat die Leistungen im Rahmen ihrer Corporate Social Responsibility unentgeltlich gestellt - zum Nutzen der Grundschüler in Mozambique.

Netzkritik: Neben der Hardware spielt ja auch die Software eine wichtige Rolle. Zwar ist deren Transportaufwand gering, aber die Folgekosten können um so höher sein. Welche Betriebssysteme und welche Software sollen auf den Rechnern genutzt werden?

Andrea Goetzke: In den von Digital Bridges initiierten Projekten verwenden wir bewusst Freie Software. Freie Software ist eine bezahlbare, stabile Softwarelösung, die keine ständige kostspielige Aktualisierung von Software-Version und Hardware erfordert. Für Projekte, die über einen längeren Zeitraum mit dem einmal erworbenen Equipment auskommen müssen, stellt daher Freie Software unserer Meinung nach die beste Lösung dar. Da der Quellcode frei verfügbar ist, kann Freie Software zudem lokalen und neu auftretenden Bedürfnissen angepasst werden. Als zusätzlicher positiver Nebeneffekt lernen die Schüler durch die Arbeit mit Freier Software, wie Produkte entwickelt werden: Anstatt ein fertiges Produkt zu benutzen, können sie den Prozess von der kreativen Idee zu deren Ausarbeitung und Test, dann Weiterentwicklung mit offenem Ende selbst erfahren. Sie erfahren zudem die Vorteile der Zusammenarbeit mit anderen und des Teilens von Wissen und Ideen.

Netzkritik: Benötigen Sie gegenwärtig noch Rechner oder Zubehör? An wen kann man sich wenden, wenn man Hardware zur Verfügung stellen möchte?

Dr. Andreas Stamm: Ziel unseres Vereins ist es nicht in erster Linie, Computer einzusammeln und in Entwicklungsländer zu schicken. Es besteht eine andere Organisation mit Namen World Computer Exchange, die hier ebenfalls aktiv ist und mit der wir auch zusammenarbeiten. Wir könnten aber sicher weitere Computer an Schoolnet Africa vermitteln, beispielsweise für ein neues Projekt in Zambia. Wir haben auch Projekte in Laos und Nepal, die leistungsfähige Rechner benötigen.

1.2.2005






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