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Google-Bombing

Niels Gründel
Schon länger bekannt ist eine Möglichkeit, die Ergebnisse der meistgenutzten Suchmaschine im Internet, Google, zu manipulieren und zwar so, dass sie bestimmte Inhalte bevorzugt anzeigt. Der Trend ist vor allem für Politiker gefährlich - zumindest aber sollte er ihnen unangenehm sein, zeigt er doch besonders ihre Unbeliebtheit an.

Die Google-Technologie ist in ihrer Gesamtheit zwar nur wenigen Eingeweihten bekannt, aber einige Bestandteile gelangen auf dem einen oder anderen Wege immer wieder an die Öffentlichkeit. So wissen auch weniger versierte Internetnutzer, dass Google Verlinkungen eine relativ hohe Bedeutung zukommen lässt. Berücksichtigt werden auch Begriffe, die einen Link beschreiben.
Werden derartige Verlinkungen zusammen mit bestimmten Begriffen verstärkt auf unterschiedlichsten Seiten platziert, gelangt die Zielseite bei Eingabe der Begriffe in die Google-Suchmaske auf die vordersten Trefferplätze. Genutzt wird diese Erkenntnis weniger zu kommerziellen Zwecken, als vielmehr aus politischen Motiven. Wird diese Schwachstelle ausgenutzt, spricht man vom Google-Bombing.



Weblogs im Vorteil


Eine besondere Stelle kommt in diesem Spiel Weblogs zu. Häufig sind sie Suchmaschinen-optimiert angelegt und verfügen damit auch über ein gutes Ranking bei Google. Wegen ihrer aktuellen Inhalte werden sie meist täglich indiziert, was einen erheblichen Zeitvorteil für das Google-Bombing bedeutet, dessen Erfolg sich ansonsten erst nach Monaten einstellen würde. Benötigt wird für einen Erfolg aber auch die Verlinkung von unterschiedlichen Domains. Unzählige Links, die von einer oder sehr wenigen Domains aus geschaltet werden, genügen nicht. Weblogs arbeiten häufig unkompliziert zusammen. Gefällt eine Idee, verbreitet sie sich beinahe so schnell wie ein Virus. - Und Google glaubt beinahe genauso schnell an die Bedeutung eines gezielt gesetzten und vor allem bezeichneten Links.


Prominente Bombing-Opfer


Lange Zeit führte die Liste als erbärmlicher Versager ('miserable failure') US-Präsident George W. Bush an, über die Eingabe von 'this company sucks' gelangte man schnell zu Microsoft und zur letzten Bundestagswahl verwies der Begriff 'Volksverdummung' in der Bildersuche von Google auf ein Porträt des Kandidaten Stoiber auf der Seite seiner Partei.
Derzeit steht in der kleinen Alpenrepublik Österreich der Finanzminister Karl-Heinz Grasser einmal mehr im Kreuzfeuer seiner Kritiker. Eine gewisse Berühmtheit hatte er im vergangenen Jahr erlangt, weil die Kosten seiner privaten Internetseite völlig unangemessen waren und dubios blieb, wer sie finanziert hatte. In Google gelangt man nun problemlos zu seiner Seite, wenn man nach 'völlige Inkompetenz' sucht.
Weitere Opfer dürften in Kürze während des Wahlkampfes zum nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zu erwarten sein.



Vertrauen für Google bald am Ende?


Google kann bisher auf das ihm entgegengebrachte Vertrauen vieler Nutzer setzen, schließlich steht das Unternehmen in dem Ruf, stets unvoreingenommene Suchergebnisse zu liefern und dies über alles andere zu stellen.
Doch wie lange bleibt das so? Monopole im Internet erweisen sich schnell als brüchig, zumal in den Marketing-Abteilungen einiger Firmen sicher darüber nachgedacht wird, das Google-Bombing für eigene Zwecke zu nutzen. Und das dürfte in einschlägigen Weblogs zu Unmut führen.

10.3.2004






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